Begegnungsstätte

Die Gemeinschaft – eine evolutionäre Errungenschaft

Als Menschen sind wir soziale „Tiere“, und haben in unserer Entstehungsgeschichte gelernt, dass der einzelne Mensch nicht so stark ist wie die Gemeinschaft. Erst der Zusammenschluss mehrerer Menschen führte in der Evolutionsgeschichte zu einer Entwicklung, die den heutigen Stand erreichen konnte. Es konnten in Gemeinschaft  größere Tiere erlegt werden, oder  sich besser gegen Angriffe  verteidigt werden. Nicht zuletzt war die Gemeinschaft eine Grundvoraussetzung um sesshaft zu werden. Dadurch sparte man viel Zeit ein,  um sich z. B. mit der Herstellung von Werkzeugen oder Erfindungen zu befassen, die den Lebensalltag erleichterten.

Die Ellbogengesellschaft

Der heutige Alltag sieht heute eher anders aus. Die „Ellenbogengesellschaft“ veranlasst den Einzelnen eher wieder zu einem Verhalten, was nicht auf die Fähigkeiten anderer mit aufbaut sondern das eigene Vorankommen in den Mittelpunkt stellt. Immer weiter- immer schneller -immer höher bezieht sich nicht mehr auf eine Gemeinschaft sondern auf den Einzelnen. Misstrauen und Neid resultieren daraus zwangsläufig.

Die Suche nach Gemeinschaft

Auch wenn die Entwicklung momentan rückwärts zu laufen scheint, sind  wir Menschen insbesondere  heute auf der Suche nach Gemeinschaft, denn wir sind nach wie vor „soziale Tiere“. Die althergebrachten „Gemeinschaften“, wie unsere Eltern und Großeltern sie noch kannten – Kirche und Vereine -  sind heute nicht mehr „in“, da sie eine Verpflichtung und Verantwortung des Einzelnen erfordern. Arbeitszeiten lassen das aber teilweise gar nicht mehr zu.

Hier braucht es neue Räume um Gemeinschaft erlebbar zu machen, nach individuellem Bedarf. Im Klostergut gibt es keine echten Öffnungszeiten. Wenn das Tor offen steht, ist jemand da, der für ein Gespräch zur Verfügung steht. Auch wenn zunächst erst mal nur der Kaffee geordert wird, um nicht „mit der Tür ins Haus zu fallen“, Gemeinschaft  bekommt, wer sie haben möchte.

Abendländische Tradition

Wir leben in unserer abendländischen Tradition des christlichen Lebens. Das Christentum baut unmittelbar auf der  Gemeinschaft des Glaubens auf. Zentraler Punkt ist die Kirche, die Kirche als geistliche Gemeinschaft, der Ekklesiologie. Ekklesia stammt aus dem griechischen und bedeutet dort Volksversammlung. Jedes Wort hat eine Bedeutung und ist nicht zufällig gewählt. Wir versammeln uns als Christen. Wir geben uns „Richtlinien“ für ein Zusammenleben und stärken uns in unserem Tun indem wir zusammen „Gemeinschaft im Abendmahl“ halten. Mit der Taufe gehöre ich dazu – das ist kein Verein von dem ich mich abmelden kann sondern ein Versprechen für mein Leben ( stammt nicht aus der Bibel, sondern von einem Onkel von I.Sanders )

Kirche – ein überholtes Modell?

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein (Johannes-Evangelium: 8,7)

Das darf auch für die Kirche – die Gemeinschaft aller Gläubigen gelten, denn auch die Kirche wird durch Menschen repräsentiert, einer wie Du und Ich. In der Gemeinschaft sollten wir alle daran arbeiten, dass unsere Gemeinschaft gut ist und sich entwickelt.

von I.Sanders